PhiLIOsoph

Willkommen auf meiner Homepage. Mein Name ist Robert Nitsch und ich studiere momentan B.Sc. Informatik an der TU Darmstadt.

In diesem Blog schreibe ich seit Ende 2006 über meine Ansichten, Projekte und mehr oder weniger alltäglichen Erlebnisse. Ab und zu schreibe ich auch eine Anleitung bzw. ein Tutorial, um ein bestimmtes Problem zu lösen oder Hilfestellung zu geben. Solltest du Gefallen an meinen Texten finden kannst du selbstverständlich auch meinen Feed abonnieren.



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09.01.2009

Meine Abrechnung mit Linux

Abgelegt unter: Erfahrungsberichte, Freaky, Kubuntu, Linux, PC — Robert @ 18:35:34

“Linux ist das größte, das schnellste, das schönste, das sicherste und das beste!”

Dies ist die kurze Fassung dessen, was viele vermeintliche Computerexperten bei fast jeder Gelegenheit predigen. Ich bin zuerst selbst darauf reingefallen und bin Anfang 2006 von Windows auf Ubuntu (eine Linux-Distribution) umgestiegen. Windows war von da an etwa 1 Jahr lang nur noch ein Zweitsystem zum Spielen.

Hinweis: Diese Abrechnung bezieht sich ausschließlich auf Linux-Systeme, die auf (privaten) Workstations ihren Einsatz finden! Auf Servern ist Linux meiner Meinung die erste Wahl (auch wenn meine Kritik teilweise auch auf “Server-Linuxe” übertragen werden kann)!

Behauptung: Linux ist ein grauenvolles Frickelsystem

Irgendwann gab meine Festplatte den Geist auf und ich musste das System komplett neu aufsetzen. Dazu hatte ich dann aber keine Lust mehr, weil Linux schier unendlich viel Zeit gefressen hatte, bis es vollständig eingerichtet war und alles so lief, wie es sollte. Das ist auch heute noch mein Hauptkritikpunkt: Linux ist ein grauenvolles Frickelsystem. Auch Ubuntu ist da nicht anders, obwohl es überall heißt, dass es ja ach so benutzerfreundlich wäre.

Die Betonung liegt auf grauenvoll, weil es nicht nur ein Frickelsystem ist, sondern eben auch noch ein besonders schlimmes bzw. schlecht gemachtes Frickelsystem. Damit meine ich vor allem, dass die Konfigurationsdateien (in denen z.B. das Verhalten der Programme festgelegt wird) aller größeren Programme/Daemons sich bezüglich ihres Formats/ihrer Syntax voneinander unterscheiden. Jedes dieser Programme muss demzufolge auch selbst – auf eigene Faust – seine Konfigurationsdateien auslesen, was eine gewaltige Fehlerquelle darstellt. Und wer bitte schön hatte zum Beispiel bei Linux noch nie das Problem, dass eine Konfigurationsdatei laut offizieller Anleitung/Dokumentation korrekt ist, aber irgendwie doch nicht funktioniert? Eben, das tritt nämlich fast immer auf. Manchmal steckt dahinter auch ein Fehler, den man selbst zu verantworten hat. Das ist aber letztendlich in den meistne Fällen nur eine Folge der viel zu komplizierten Konfigurationsdateien (Syntax zu komplex, zu wenig fehlertolerant etc.).

Wie man es besser machen könnte? Da, wo es angemessen und praktikabel ist, ein einheitliches Format einführen (für dieses Format muss dann auch nur 1x Code geschrieben werden => zentral => bessere Wartbarkeit und weniger Bugs). Beispielsweise eines wie das intuitive INI-Format (oder ein ähnliches):

[SEKTION]
name=wert
name2=anderer_wert

Größere Daemons, die tatsächlich noch mehr brauchen, dürfen gerne auch komplexere Formate für ihre Konfigurationsdateien definieren. Aber bitte, ihr Linux-Freaks, gebt nicht mehr jedem Kleinst-Daemon sein eigenes verdammtes Konfigurationsformat!
Das führt nämlich dazu, dass man für jede etwas größere Konfigurationsänderung Manuals, Tutorials und Internetforen durchkämmen muss, bis es dann – meist nach Stunden – endlich klappt.

Kritik: Linux gebe dem Anwender sehr viel mehr “Macht” als Windows

Ein PRO-Argument für Linux lautet, dass man unter Linux – durch den berüchtigten root-Account – sehr viel mehr Einfluß auf sein System hat. Man kann sehr viel genauer bestimmen, was es macht und wie es das macht.
Das stimmt auch. Allerdings werte ich das größtenteils nicht als Vorteil:

  1. Linux ist ein Frickelsystem (siehe oben) und man kann von dem root-Account nicht profitieren ohne sich zunächst (in jeder Angelegenheit aufs Neue) in komplizierte Details einzuarbeiten.
  2. Es gibt nur ganz wenige Fälle in denen man unter Linux etwas machen kann, was unter Windows nicht auch (mit geringerem Aufwand) so oder so ähnlich möglich wäre. Das sind dann meistens auch nur Spielereien, auf die man auch gut und gerne ganz verzichten kann.

Es gibt natürlich Momente in denen man vom mächtigen root-Account profitiert. Aber auch hier muss man sich erst mühsam in Details einarbeiten.

Absolut vernachlässigt werden bei Linux Benutzer, die entweder nicht oder kaum dazu in der Lage (wg. zu hohem Alter o.ä.) sind oder keine Lust darauf haben, sich so (unangemessen) viel Fachwissen anzueignen. Das äußert sich darin, dass vieles unter Linux nicht anders zu meistern ist als durch einen Umweg über die Konsole (Shell). Dann tippt man mehr oder weniger viele Befehle ein, die jeweils eine eigenen “Befehlssatz” aufweisen und man hat erreicht, was man erreichen wollte (zum Beispiel das Killen eines Programms). Es gibt zwar immer wieder Ansätze – gerade für Windows-Abwanderer – sich an Windows anzunähern, z.B. durch das Bereitstellen von Programmen, die Windows-Programmen ähnlich sehen (Taskmanager und ähnliches). Meine Erfahrung ist aber, dass diese Programme extrem unzuverlässig sind. Der Schwerpunkt wird bei Linux nunmal nach wie vor auf die Konsolenprogramme gelegt.

Kritik: Linux hat viele Probleme mit Hardware

Ob es daran liegt, dass die Hersteller keine Treiber bereitstellen oder nicht… es ist mir letztlich egal, was die Ursachen dafür sind und wer daran Schuld ist. Am Ende kommt es doch nur darauf an, was ein System kann und was es nicht kann. Und dazu gehört auch die (schnellstmögliche) Erkennung und Nutzung von neuer Hardware. Hier kommt Linux gar nicht gut weg.

Windows ist hier jedoch – wegen seiner Marktführerschaft – ganz klar an der Spitze. Man schließt die neue Hardware einfach an und meistens ist sie innerhalb weniger Sekunden voll einsatzbereit. Unter Linux muss man stattdessen häufig auf irgendwelche Arten improvisieren – das schließt meist auch wieder das Anlegen/Anpassen komplizierter Konfigurationsdateien ein -, um Hardware zu nutzen, die nicht auf Anhieb erkannt werden kann (und davon gibt es nicht wenig).

Das ist auch ein Punkt, der mich schließlich dazu bewegt hat, wieder zu Windows zurückzuwechseln. Unabhängig davon, ob es in der Macht der Linux-Entwickler steht, an der Hardware-Erkennung etwas wesentlich zu verbessern oder (mangels fehlender Kooperation der Hardware-Hersteller) nicht.

Widerspruch: Windows sei unsicher(er als Linux)

Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich mit Windows das letzte Mal Probleme mit Viren/Trojanern/Würmern o.ä. hatte. Zugegeben, ich habe zu XP-Zeiten zum Surfen und normalen Arbeiten ein eingeschränktes Benutzerkonto verwendet. Mein System so einzurichten hat mich aber nur ein paar Minuten Zeit gekostet…
Natürlich hatte ich auch eine Firewall und ein Antiviren-Programm installiert. Das ist aber auch Pflicht bei Windows: Es ist schließlich das mit großem Abstand am weitesten verbreitete System.

Ich kann mich übrigens genausowenig daran erinnern, wann mein Windows das letzte Mal abgestürzt ist…

Ein paar Worte zu Windows Vista

Ich nutze Vista erst seit wenigen Tagen, aber mein erster Eindruck ist, dass es ein sehr mächtiges und modernes Betriebssystem ist. Viele Dialoge und v.a. die Navigation wurden im Vergleich zu Windows XP aufgebessert. Leider wird Windows Vista in einem sehr besch… Konfigurationszustand ausgeliefert. So frisst zum Beispiel die Systemwiederherstellung unglaublich viel Leistung; nachdem ich sie deaktiviert habe, läuft mein System viel flüssiger. Außerdem habe ich mit Hilfe von Tuneup Utilities viele unnötige Dienste deaktiviert oder “gedrosselt”.
Zugegeben: Im “Auslieferungszustand” ist Vista unerträglich (meiner Meinung nach). Man kann aber auch dieses Windows innerhalb weniger Stunden in ein schnelles, sparsames und modernes System umwandeln. Dazu braucht es unter Windows auch keine komplizierten Konfigurationsdateien…

Schlusswort

Mir ist klar, dass die Mehrheit der “Experten” anderer Meinung ist. Diese Mehrheit ist auch dazu aufgerufen mir zu widersprechen und mich zu widerlegen. Letztlich ist es aber immer eine subjektive Entscheidung, wenn es darum geht, welches Betriebssystem man lieber verwendet. Daher habe ich mich in diesem Artikel auf die Aspekte konzentriert, die m.E. ganz objektive Schwächen von Linux darstellen oder Falschaussagen über Windows sind.

Bevor man mit mir eine Diskussion darüber anfängt, sollte man sich aber bitte einmal ehrlich fragen, wie viel Zeit man mit dem Konfigurieren seines Linux-Systems verbracht hat und wie viel Zeit unter Windows für die Konfiguration aufgewendet werden musste und was letztlich weniger nervenaufreibend war. Es sollte ja klar sein, was meine persönliche Antwort darauf ist…

Bitte – liebe Linux-Anhänger – zerreißt mich nicht gleich in der Luft sondern versucht erst einmal ungefähr zu verstehen, was mir an Linux stinkt…

Auch ich bin dankbar dafür, dass es so viele kluge Menschen gibt, die unentgeltlich sehr viel Arbeit in ein kostenloses – sogar quelloffenes – Betriebssystem stecken. Mit diesem Beitrag möchte ich aber unter anderem auch aufzeigen, dass Linux keineswegs perfekt ist und dass man den einfachen Leuten, die sich nicht so sehr auskennen, besser vermitteln muss, auf was sie sich mit Linux einlassen, wenn sie sich dafür entscheiden. Momentan gebärdet sich die Linux-Gemeinde aber eher so, wie eingangs erwähnt: “Linux ist das größte, das schnellste, das schönste, das sicherste und das beste!” Dazu kommen natürlich noch viele Seitenhiebe gegen Microsoft/Windows. Gegen dieses Gehabe wendet sich mein Artikel in erster Linie… von einem Betriebssystem, das so gefeiert wird, habe ich schlicht und ergreifend mehr erwartet, als mir letzlich geboten wurde.

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12.11.2008

layer-ads.de – bisher der einzige seriöse LayerAd-Anbieter

Abgelegt unter: Erfahrungsberichte, Internet, PC, Real Life, Webmaster — Robert @ 20:07:03

10.10.2009 – Aktuelle Warnung: Meiner Meinung nach ist es besser, wenn Ihr Abstand von Layer-ads.de haltet. Die sind gegenüber vielen – wahrscheinlich sogar den meisten oder allen – mit ihren Auszahlungen sehr lange in Verzug (wenn man die in den AGB von layer-ads.de genannten 30 Werktage zur Auszahlung “freigegebener Gutschriften” zugrundelegt). Informiert euch am besten selbst über Google, was da momentan abgeht. Meine Angaben sind natürlich ohne Gewähr! Update 17.10.2009: Ich habe jetzt auch einen eigenen Artikel zu dem Thema geschrieben.

Vor einiger Zeit habe ich angefangen auf meiner Webseite DS NoPaste Layer-Werbung einzublenden. Dazu habe ich mich bei bin-layer.de registriert. Schließlich wurde ich nach kurzer Zeit dort gesperrt und habe die ganze Geschichte hier veröffentlicht: bin-layer.de – ein negativer Erfahrungsbericht.

Danach ging ich zu euros4click.de. Dort wurde ich zwar nicht gesperrt, aber meine Vergütung wurde auf weniger als 20% vom gepriesenen Wert gesetzt. Meine Einnahmen waren dann einfach nur noch lächerlich. Und abzocken lasse ich mich sicherlich nicht. (Liebe Juristen, es handelt sich hierbei um eine Formulierung, die in etwa folgendes bedeuten soll: Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen fairen Grund dafür gab, meine Vergütung so extrem herabzusetzen. Bei dieser Formulierung gehe ich davon aus, dass meine Leser bei der Interpretation derselben den Wortschatz eines durchschnittlichen Deutschen anwenden und nicht den eines gescheiterten Juristen, der auf Internetseiten nach Formulierungen sucht, die es wert sein könnten, eine Abmahnung zu schreiben um seine verkorkste Kanzlei vor dem Konkurs zu retten. Mit anderen Worten: Es handelt sich hierbei – wie sonst auch immer – um meine persönliche Meinung.)

Inzwischen bin ich bei layer-ads.de angekommen. Die Auszahlungen werden pünktlich ausgeführt und es gibt auch nach 5 Monaten keinen Grund mich zu beklagen (hier dürfen die Juristen ausnahmsweise ihren eigenen Wortschatz anwenden, denn beide Interpretationen sind zulässig). Meine Vergütung hat noch immer denselben Wert wie zu Beginn: 4€ / 1000 gewertete Layer-Einblendungen.
Das danke ich layer-ads.de mit diesem Artikel.

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01.11.2008

Das Studentenleben an der Universität

Abgelegt unter: Erfahrungsberichte, Informatik, Mathematik, Real Life, Schule, Studium, Tutorials — Robert @ 23:04:56

In diesem Artikel möchte ich aus meiner Sicht als Erstsemester kurz und knapp beschreiben, was man als Student während der Vorlesungszeit so macht. Als ich noch Schüler war, habe ich mir einen solchen Text gewünscht. Die Beschreibungen beziehen sich auf meine eigenen Erfahrungen. Ich bemühe mich zwar, alles so allgemein wie möglich zu halten, kann aber nicht dafür garantieren, dass es an anderen Universitäten nicht wesentlich anders abläuft. Ich kann auch nicht garantieren, dass alle Angaben korrekt sind und behalte mir Fehler vor. Feedback ist sehr erwünscht, vor allem wenn bestimmte Sachverhalte nicht ausreichend erklärt wurden bzw. unklar sind!

Wichtigster Unterschied zur Schule ist, dass an der Universität keine Allgemeinbildung gelehrt wird. Man kann stattdessen einen von vielen vielen vielen Studiengängen wählen. An manchen Universitäten werden mehr Studiengänge angeboten, an anderen weniger. Ich studiere momentan B.Sc. Informatik an der TU Darmstadt. B.Sc. bedeutet Bachelor of Science und ist ungefähr gleichwertig mit einem Vordiplom. Wenn man diesen Abschluss erreicht hat, dann bedeutet dies, dass man das Grundstudium abgeschlossen hat und das Hauptstudium, in welchem man sich i.d.R. weiter spezialisiert, antreten kann.

Jeder Studiengang besteht aus einer bestimmten Anzahl von Semestern – B.Sc. Informatik hat 6 Semester. Jedes Semester ist ein halbes Jahr lang – man unterscheidet zwischen Wintersemester (1. Oktober bis 31. März) und Sommersemester (1. April bis 30. September).

Jedes Semester wiederum besteht aus bestimmten Lehrveranstaltungen. Eine Lehrveranstaltung heißt zum Beispiel “Mathematik I für Inf und WInf” (Inf=Informatiker, WInf = Wirtschaftsinformatiker) und besteht mindestens aus den zugehörigen Vorlesungen, Übungen und Prüfungen. Jede Lehrveranstaltung wird außerdem von einem Professor, dem verschiedene Hilfskräfte zur Seite stehen, geleitet.

In den Vorlesungen, die in sehr großen Hörsälen von dem jeweiligen Professor gehalten werden, wird der Stoff in sehr schnellem Tempo abgehandelt. Meistens muss man daher nach der Vorlesung einiges nacharbeiten, um den Stoff auch wirklich zu verinnerlichen. Die Vorlesungen dauern jeweils 2 Semesterwochenstunden (SWS), von denen jede 45 Minuten lang ist. Generell wird an der Universität vieles in Semesterwochenstunden gemessen. Werden für eine Vorlesung zum Beispiel 4 SWS angeben, so heißt das, dass man in dem Semester jede Woche durchschnittlich (!) 4×45 Minuten Vorlesung hat.
(Die Teilnahme an den Vorlesungen ist nicht verpflichtend, aber ratsam.)

Beim Lernen des Stoffes helfen die Übungen, die von den Veranstaltern angeboten werden. Eine Übung findet meistens einmal pro Woche oder alle 2 Wochen statt und dauert i.d.R. 2×45 Minuten. Da man nicht alle Hörer der Vorlesung in einer einzigen Übung betreuen kann, werden die Studenten verschiedenen Übungsgruppen zugeteilt. Jede Übungsgruppe besteht i.d.R. aus etwa 20-40 Studenten (das ist bei mir so) und wird von einem Tutor geleitet. Die Aufgabe des Tutors ist es, den Studenten zu helfen und ihre Fragen so gut es geht zu beantworten.
Man trifft sich dann schließlich zu bestimmten Zeiten mit seiner Übungsgruppe und dem Tutor in einer Räumlichkeit der Universität und bearbeitet verschiedene Gruppenaufgaben zum Vorlesungsstoff, die jeweils vor der Übung veröffentlicht und von den Studenten ausgedruckt und mitgebracht werden sollen. Bei der Bearbeitung der Aufgaben soll das Gelernte eingeübt werden.
(Die Teilnahme an den Übungen ist aber meistens nicht verpflichtend, aber wie bei den Vorlesungen ratsam.)

Es gibt allerdings nicht nur Gruppenaufgaben, sondern auch Hausaufgaben. Sie werden Hausübungen genannt. Diese Hausübungen sollen am besten alleine bearbeitet werden, damit man sich auch wirklich sicher sein kann, dass man die Aufgaben selbstständig lösen kann. Meistens ist es erlaubt, die Hausübungen auch in (kleinen!) Gruppen zu lösen – dies muss aber explizit angegeben werden und es muss trotzdem jeder Student seine eigene Lösung abgeben.

Die Hausübungen kann man am jeweils nächsten Übungstermin bei seinem Tutor abgeben (Anmerkung: bei manchen Lehrveranstaltungen kann man die Hausübungen auch online abgeben, natürlich besonders häufig in der Informatik und ähnlichen Fächern). Der Tutor wird die Lösungen dann bis zum nächsten Übungstermin korrigieren, ggf. sogar mit Anmerkungen versehen (wie man die Aufgabe z.B. hätte besser lösen können o.ä.).
Wichtig: Bei vielen Lehrveranstaltungen steht es dem Studenten frei, ob er seine Hausübung bearbeitet und abgibt (auch, wenn er es im eigenen Interesse tun sollte).
Bei manchen Lehrveranstaltungen werden die Hausübungen allerdings bewertet. Man nennt dies dann bewertete Hausübungen. Der Veranstalter kann dann zum Beispiel vorschreiben, dass man mindestens 50% der Punkte in den (bewerteten) Hausübungen erreichen muss, um für die Prüfung zugelassen zu werden. Die Bewertung wird von dem jeweiligen Tutor vorgenommen. Die Abgabe der Hausübungen ist bei solchen Lehrveranstaltungen natürlich Pflicht – ansonsten erhält man keine Punkte.

Zusätzlich zu den Vorlesungen und den Übungen gibt es bei manchen Lehrveranstaltungen auch noch Praktika, Seminare und weitere.
Praktika sind zum Beispiel bei “Grundlagen der Informatik I” kleine Softwareprojekte, die ebenfalls benotet werden. Dabei kommt es vor allem darauf an, das Gelernte anzuwenden. Auch die Planung usw. fließen in die Bewertung ein.
Seminare sind, soweit ich das bisher überblicken kann, benotete Vorträge, für die sich Studenten selbstständig etwas tiefer in eine bestimmte Thematik einarbeiten mussten. sind Lehrveranstaltungen kleineren Umfangs (meist über einige Wochen), an deren Ende das Gelernte entweder mit einer Hausarbeit oder einem Vortrag überprüft wird, woraus dann eine Note hervorgeht.

In den Prüfungen (der üblichen Lehrveranstaltungen) stellt sich schließlich heraus, ob die Studenten das nötige Wissen verinnerlicht haben und unter Zeitdruck anwenden können. Manche Prüfungen sind übrigens geteilt in zwei einzelne Klausuren (die dann für das Gesamtergebnis zusammengerechnet werden). Die Prüfungen finden während der Semesterferien statt. Es handelt sich also gar nicht um echte Ferien – es werden lediglich keine Vorlesungen mehr gehalten, daher auch vorlesungsfreie Zeit genannt.
Zu den Prüfungen ist anzumerken, dass die Veranstalter teilweise komplizierte eigene Regelungen vorsehen. So ist es beispielsweise bei manchen Lehrveranstaltungen so, dass überschüssige Punkte aus den bewerteten Hausübungen zur Verbesserung der Prüfungsnote genutzt werden können. Wenn man sich in den entsprechenden Hausübungen gut schlägt, kann man seine Prüfungsnote am Ende also nochmal deutlich verbessern!
Weiterhin ist zu sagen, dass man die Prüfungen in der Regel relativ leicht schaffen sollte, wenn man die Vorlesungen und Übungen regelmäßig besucht und seine Hausübungen macht. Der Stoff ist schwer, aber man bekommt viel Unterstützung bis zur Prüfung.

Wenn man eine Prüfung nicht besteht, muss man sie – wenn möglich – in einem späteren Semester wiederholen oder das Studium abbrechen. Meistens hat man eine begrenzte Anzahl von Versuchen.

Das waren so die wichtigsten Elemente des reinen Studentenlebens.
Während der Vorlesungszeit geht man in die Vorlesungen, besucht die Übungen, macht seine Hausübungen usw. Wie viel Zeit das etwa kostet, kann ich noch nicht genau beschreiben, weil es im 1. Semester natürlich etwas langsamer los geht. Für die zweite Hausübung von Grundlagen der Informatik I habe ich aber immerhin fast 4 Stunden gebraucht. (Ich werde in einigen Wochen, wenn es richtig hart wird, an dieser Stelle einen kleinen Aufwandsvergleich zur Oberstufe einfügen.)
Wenn die Vorlesungen dann vorbei sind, bereitet man sich auf die Klausuren vor. Das schwierigste dabei ist, dass es die meiste Zeit über niemanden gibt, der einen dazu zwingt, zu lernen. Es gibt Menschen, die damit besser umgehen können und es gibt Menschen, die damit eher nicht zurecht kommen – und der Stoff ist wirklich hart.

Alles in allem macht mir persönlich das Studium bisher wirklich Spaß! Das liegt zum einen daran, dass der Stoff wirklich anspruchsvoll ist und man definitiv nicht gelangweilt ist. Zum anderen ist es schlicht und ergreifend so, dass der Anteil dessen, was mich absolut nicht interessiert, sehr gering ist. Diese ganzen Schulfächer, die man ohne Weiteres aus dem Lehrplan streichen könnte, gibt es jetzt nicht mehr. :)

Als letzter Hinweis sei noch gesagt, dass für Erstsemester (Ersties) von der Universität oder von höhersemestrigen Studenten sogenannte Orientierungsphasen bzw. Einführungswochen angeboten werden. Alles, was in diesem Artikel beschrieben ist und noch viel viel mehr, wird dann innerhalb von 1 Woche o.ä. ausführlich erklärt. Man wird also auf keinen Fall im Regen stehen gelassen. ;)

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