Datei-Backups leicht gemacht mit WinRAR
WinRAR kann man ganz leicht als Backup-Tool für Dateien und Verzeichnisse nutzen. Das hat einige Vorteile:
- Der Backup-Vorgang ist durchschaubar bzw. leicht nachvollziehbar, weil es sich um einen gewöhnlichen Packer handelt und nicht um eine spezielle Backup-Software, bei der man so genau gar nicht weiß, wie sie arbeitet (das kann ich persönlich gar nicht leiden).
- RAR-Dateien kann man (im Gegensatz zu den meisten Backup-Containern kommerzieller Backup-Software, bspw. Acronis True Image) nahezu auf jeder Plattform entpacken, weil der Entpack-Algorithmus öffentlich verfügbar ist. Das gilt natürlich auch für ZIP, 7zip und die meisten anderen Archiv-Formate.
- Das RAR-Format unterstützt sogenannte recovery records (Wiederherstellungsinformationen). Kleinere Schäden an der Backup-Datei (Beispiel: ein paar Sektoren auf der Festplatte spielen verrückt) können damit behoben werden.
- Die Verschlüsselung von RAR-Dateien erfolgt – wenn gewünscht – mit AES-128. Dieser Standard gilt als sicher.
Im Folgenden zeige ich mit welchen Einstellungen man WinRAR für Backups optimiert.
Einstellungen: “Allgemein”
- Ziel-Datei: In welcher Archivdatei sollen die Dateien gesichert werden?
- Update-Modus: Das Backup-Archiv soll mit den Quelldaten synchronisiert werden. Das bedeutet, dass neue Dateien hinzugefügt, geänderte Dateien erneuert und gelöschte Dateien auch im Backup gelöscht werden. Hierdurch werden außerdem das 2. und alle folgenden Backups stark beschleunigt, weil quasi-inkrementelle Backups gemacht werden.
- Kompressions-Methode: Damit das Komprimieren nicht zu viel Zeit in Anspruch nimmt stellen wir die Kompression auf eine schwächere aber schnellere Stufe.
- Authentizitätsinformationen hinzufügen: Fügt bei der Erstellung des Archivs nochmal einige allgemeine Daten wie Archivname etc. in das Archiv ein. Diese werden beim späteren Öffnen des Archivs geprüft, um grobe Manipulationen zu verhindern. Bietet zwar wenig Sicherheit, kostet aber auch nichts.
- Wiederherstellungs-Informationen hinzufügen: Hier handelt es sich um den oben beschriebenen recovery record. Unter Erweitert kann man dieses Feature genauer konfigurieren.
Einstellungen: “Erweitert”
Einstellungen, die sehr nützlich sind, aber dem persönlichen Gutdünken obliegen, habe ich blau eingerahmt.
Zu den roten Markierungen:
- Datenströme speichern: Sehr wichtig, wenn NTFS als Dateisystem eingesetzt wird. Einige Applikationen legen in zusätzlichen NTFS-Dateiströmen einige Informationen ab, die nicht zu den Dateiinhalten selbt gehören, aber mit den jeweiligen Dateien verknüpft sind. Es handelt sich quasi um eine Art von Meta-Informationen, die ohne diese Einstellungen verlorengehen würden.
- Wiederherstellungs-Informationen: Hiermit legt man fest, wie groß der prozentuale Anteil des recovery records am Archiv sein soll. 2-5% halte ich für angemessen. Standard ist übrigens 1%.
Zu den “Volumen”-Einstellungen: Diese sind nur nutzbar, wenn man das Backup-Archiv in mehrere Teilarchive aufsplittet. Dazu muss man eine Volumengröße unter “Allgemein” angeben.
Jedes “Wiederherstellungs-Volumen” kann genau 1 Original-Volumen wiederherstellen, sogar dann, wenn dieses komplett verloren gegangen ist. Angenommen man hat 30 Teil-Archive (“Volumen”) und 3 Wiederherstellungsvolumen, dann dürfen bis zu 3 Volumen verlorengehen bzw. beschädigt werden. Im Zweifel lohnt sich hier ein Blick in die WinRAR-Hilfe.
Einstellungen: “Dateien”
Der wahrscheinlich wichtigste Teil am Backup: Die zu sichernden Dateien bzw. Verzeichnisse müssen ausgewählt werden.
Hier kann man außerdem bestimmte Dateien bzw. Verzeichnisse vom Backup ausschließen. Bei mir gehören zum Beispiel Downloads definitiv zu den ausgeschlossenen Daten. *.tmp sowie *.bak-Dateien brauchen genausowenig gesichert zu werden.
Ebenfalls sehr nützlich ist es, bestimmte Dateien zwar zu sichern, aber dabei von der Kompression auszuschließen. Das macht das Backup dieser Dateien/Dateitypen deutlich schneller. Zum Beispiel macht es wenig Sinn *.rar, *.zip oder *.jpg-Dateien zu komprimieren, weil diese Dateien bereits komprimiert vorliegen. Ein paar weitere Vorschläge für diesen Filter: *.mp3 *.avi *.mpg
Aufpassen muss man bei der Struktur des zu erzeugenden Archivs. Ich spreche mich sehr stark für die Einstellung “Volle Pfade inkl. Laufwerksbuchstaben” aus, damit nicht nur die Daten selbst, sondern auch ihr genauer Ablageort jederzeit wiederherstellbar bzw. nachvollziehbar ist. In der Standardeinstellung gehen diese Informationen verloren und bei vielen Dateien wird das sehr schnell sehr hässlich, weil man nicht mehr unterscheiden kann, woher die Dateien/Ordner im Einzelnen gekommen sind.
Einstellungen: “Backup”
Wie der Name sagt sind diese Einstellungen speziell für Backups vorgesehen.
“Gemeinsam genutzte Dateien öffnen” sorgt dafür, dass WinRAR versucht, auch momentan durch andere Programme geöffnete Dateien zu sichern. Nichtsdestotrotz wird WinRAR das bei vielen Dateien mit einer Fehlermeldung quittieren. Das ist aber völlig normal.
“Archivnamen aus folgender Maske erzeugen” hängt an den Archivnamen eine Zeichenkette an, die dynamisch zum Beispiel aufgrund der aktuellen Kalenderwoche erzeugt wird. In meinem Fall wird “yyyymm” angehängt, also z.B. “201001″. Dadurch wird maximal 1 Monat lang einunddasselbe Archiv genutzt (“RobertBackup201001.rar”). Für den nächsten Monat erzeugt WinRAR automatisch ein neues Archiv (“RobertBackup201002.rar”).
Folgende Zeichen werden in der Maske akzeptiert (aus der WinRAR – Hilfe; dort findet man weitere nützliche Details):
| Y | Jahr |
|---|---|
| M | Monat |
| MMM | Monatsnamen (Jan, Feb, usw.) |
| W | Kalenderwoche (eine Woche beginnt mit einem Montag) |
| A | Tag der Woche (Montag ist 1, Sonntag ist 7) |
| D | Tag des Monats |
| E | Tag des Jahres |
| H | Stunden |
| M | Minuten (wird als Minuten behandelt, wenn es nach Stunden auftritt) |
| S | Sekunden |
| N | Archivnummer. WinRAR sucht nach einem bereits vorhandenen Archiv mit dem erzeugten Namen und erhöht im Falle der Existenz die Archivnummer, bis ein eindeutiger Name erzeugt wurde. Das Formatzeichen ‘N’ wird beim Erstellen von mehrteiligen Archiven (Volumen) nicht unterstützt. |
Damit kann man schon eine ganze Menge erreichen. In diesem Punkt steht WinRAR kommerzieller Backup-Software in nichts nach, eher im Gegenteil. Lediglich das Löschen alter Archive geschieht nicht so leicht automatisch, da muss man schon noch selbst Hand anlegen. Aber um ehrlich zu sein lösche ich meine Backups auch viel lieber selbst…
Kommentar hinzufügen
Im letzten Reiter kann man dem Archiv einen Kommentar hinzufügen. Beispiel:
In diesem Backup enthalten:
C:\Users\Robert\
D:\eclipseAusgeschlossen:
C:\Users\Robert\Downloads *.tmp *.bakBackup-Methode: Synchronisation (geänderte/neue Dateien werden hinzugefügt/überschrieben, gelöschte Dateien werden aus dem Archiv gelöscht)
Speichern der Einstellungen als Profil
Nun wäre das ganze ziemlich mühselig, wenn man all diese Einstellungen jedes Mal aufs Neue festlegen müsste. Dafür bietet WinRAR sogenannte Profile an. Unter “Allgemein” kann man seine Einstellungen auf diese Weise für das nächste Mal speichern (siehe Bild auf der rechten Seite).
Nicht vergessen im folgenden Dialog die ersten beiden Haken anzukreuzen! Außerdem empfehle ich einen Haken bei “Verknüpfung auf dem Desktop anlegen”. Diese Verknüpfung sollte man immer mit Administratorrechten ausführen (kann man in den Einstellungen derselben auch dauerhaft festlegen).
Fazit
Backups mit WinRAR sind schnell, klein, übersichtlich, leicht zu konfigurieren und sicher. Mit Hilfe der Einstellung “Archivnamen aus folgender Maske erzeugen” kann man zudem eine automatische Konsolidierung der Backups umsetzen.
Was will man mehr?






Und ich dachte immer ich bin der einzige der Winrar benutzt zum Daten sichern. Seit ich es so gelöst habe und endlich Ordnung auf meinem Desktop habe geht es einfach und das sichern auf den Server brauch auch nicht viel zeit
Kommentar by Konfuzius — 05.04.2010 @ 16:19:51