PhiLIOsoph

31.03.2007

Kubuntu vs. WLAN

Abgelegt unter: Kubuntu — Robert @ 18:16:46

Es war ein relativ langer Kampf, den ich letztendlich, wenn auch erst nach einigen Niederlagen, doch noch gewonnen habe. Ich schreibe diesen Artikel unter Kubuntu und verwende kein LAN-Kabel. Stattdessen werden die Bits und Bytes zwischen meinem PC und dem Router über eine drahtlose Verbindung übertragen. Diese Verbindung ist darüber hinaus WPA-verschlüsselt.

Bisher war das leider nicht mit Linux möglich. Ich konnte meinem lieben Kubuntu-System, das noch relativ frisch ist (~4 Monate), nicht beibringen, dass es sich in dieses verschlüsselte Drahtlosnetzwerk einklinken soll. Und das, obwohl ich mir mehrere Tutorials und Anleitungen angesehen hatte.

Heute habe ich mich aber nochmal drangesetzt und energisch auf der Tastatur herumgehauen. :) Offensichtlich habe ich es geschafft.

Das Notebook und die Umstände

Mein Notebook ist ein Intel Centrino® Mobile Notebook mit einer Intel BG PRO 2200 WLAN-Karte (oder ähnlicher Name).

Das Drahtlosnetzwerk ist WPA-PSK verschlüsselt und verwendet TKIP.

Im Detail

Für WPA-verschlüsselte Netzwerke hat die Standardinstallation von Kubuntu nicht viel zu bieten. Stattdessen muss man den wpa_supplicant installieren – einen Dienst, der WLAN-Verbindungen verwaltet und aufrecht erhält.

Die Konfiguration des Dienstes kann theoretisch in einer beliebigen Textdatei vorgenommen werden. Üblich ist jedoch die Datei /etc/wpa_supplicant.conf.

In dieser Datei steht bei mir z.B. folgendes:

ctrl_interface_group=admin

# WPA-PSK/TKIP

ctrl_interface=/var/run/wpa_supplicant

network={
        ssid="noname"
        key_mgmt=WPA-PSK
        proto=WPA
        pairwise=TKIP
        group=TKIP
        psk="unser wlan passwort im klartext"
}

Die wichtigsten Zeilen beschreibe ich im Folgenden.

ctrl_interface_group=admin legt die Benutzergruppe fest, die dazu berechtigt ist, mittels wpa_cli, einem Hilfsprogramm, den interaktiven Modus des wpa_supplicants zu nutzen. Dort kann man dem wpa_supplicant dann während der Laufzeit Kommandos geben, z.B. um erneut nach Netzwerken zu suchen. Sogar die Konfiguration kann zur Laufzeit beeinflusst werden.

ssid=”noname” legt die SSID, d.h. grob gesagt den “Namen” des Drahtlosnetzwerks fest, zu welchem verbunden werden soll.

psk=”unser wlan passwort im klartext” legt die Passphrase des Drahtlosnetzwerks fest, mit der die Verbindung aufgebaut werden kann.

Die Datei /etc/network/interfaces

In dieser Datei wird bei Kubuntu die Konfiguration der Netzwerkadapter gespeichert. Ich möchte gar nicht viel weiter darauf eingehen, denn diese Datei kann jeder Kubuntu-Benutzer auch schnell mal selbst öffnen, um ein Bild davon zu bekommen.

Jedoch möchte ich niemandem einen kleinen Trick vorenthalten:

Es wäre praktisch, wenn der wpa_supplicant automatisch dann gestartet wird, wenn die WLAN-Verbindung (in meinem Fall das “interface” mit der Kennung “eth0″) aktiviert wird. Bei der Deaktivierung der WLAN-Verbindung sollte er optimalerweise wieder beendet werden. Ich habe dies mit den beiden folgenden Anweisungen, die in den entsprechenden Teil in der /etc/network/interfaces-Datei geschrieben werden müssen, gelöst:

pre-up wpa_supplicant -Bw -ieth0 -Dwext -c/etc/wpa_supplicant.conf
post-down killall -q wpa_supplicant

Jeder Netzwerkadapter, also eth0, eth1, …, ethn (bzw. wlan0, …) hat in der interfaces-Datei seinen eigenen Abschnitt. Die beiden Zeilen müssen daher nur in den richtigen Abschnitt eingefügt werden und man hat einen etwas leichteren Zugang zum WLAN. :)

Alles in allem…

…hat Kubuntu mal wieder bewiesen, was es drauf hat. Denn die WLAN-Verbindung, die ich gerade – auch in diesem Moment – unter Linux genieße, ist deutlich stabiler als jede WLAN-Verbindung die ich jemals unter Windows zustandegebracht habe. Ein Hoch auf freie Software!

© Robert Nitsch
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